nach den Farben der Raureif

 

im ersten Raureif Bilder meines Sommers

sie spiegeln mein Erinnern an neulich

eine flüchtige Sonne hat sie in den Farben

des Herbstes auf wandelnde und bald

fallende Blätter gezeichnet

die sich im Sinken dem Vergehen nähern

lautlos tropfen sie als Zeichen des Verfalls

von der Gleichmäßigkeit des Zeitenwindes

beständig geschaukelt auf einen Boden

der den Schnee schon auf sich fallen sieht

 

und du

die du wie ich die Falten zählst im Gegenlicht

des tagsüber tauenden Raureifs

du hast dir dein Haar schon gebürstet

wie ich

wenn die Kälte kommt

möchten wir schön sein

farbig und prächtig wie die Laubbäume

im Oktober

unsere Gedanken sind geerntet

gekeltert

unsere Haut färbt sich dem Ende zu

wo kein Frühling mehr wartet

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